Stahlpreisentwicklung

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Stahlpreisentwicklung

Für das 2. Quartal waren weitere Preiserhöhungen für kalt gewalztes Material angekündigt. Inwieweit diese Preise am Markt durchsetzbar sind, bleibt offen. Servicecenter gehen davon aus, dass die Preiserhöhungen bei den Kunden nicht durchsetzbar sind, da preisgünstige Drittlandimporte im Markt verfügbar sind.

Im 1. Quartal sind auch die Preise der Drittlandimporte leicht gestiegen. Hier erfolgt also zunächst auch keine Preiskorrektur. Zumal momentan auch wenig Material aus Lateinamerika und Russland nach Westeuropa fließt. Der Stahl wird im Land selbst verarbeitet.

Eine negative Stahlpreisentwicklung für Material aus europäischer Produktion ist derzeit allerdings auch nicht absehbar. Dies hängt auch mit der immer noch auf hohem Niveau befindlichen Nachfrage und der vollen Kapazitätsauslastung der europäischen Stahlproduzenten zusammen.

Allerdings war die Rohstahlproduktion im Februar 2007 in der EU-15 rückläufig. Die deutsche Stahlproduktion betrug 3,81 Mio. Tonnen gegenüber 4,32 Mio. Tonnen im Januar.

In den anderen westeuropäischen Erzeugerländern sieht die Situation ähnlich aus. Einzig in Großbritannien hat die Rohstahlerzeugung in diesem Zeitraum leicht zugelegt. In einigen europäischen Ländern wie in Frankreich ist die Stahlpreisentwicklung rückläufig.

Am Markt herrscht bei den Verbrauchern eine Verunsicherung, wo die Stahlpreisentwicklung hingeht. Die Einfuhren sind wieder leicht rückläufig. Ein wichtiger Faktor sind dabei die Exportvergünstigungen in China. Die chinesische Regierung beabsichtigt, diese Vergünstigungen zurückzunehmen. Es ist allerdings eine Frage des Termins, wann dies geschieht. Die chinesischen Stahlproduzenten müssen demnächst Spezialzulassungen für den Export beantragen. Die Regierung möchte auf diesem Wege die Stahlexporte regulieren. 2006 ist China zum Nettoexporteur bei Stahl geworden. Mit 43 Mio. Tonnen haben sich die Ausfuhren gegenüber 2005 mehr als verdoppelt.

Mittlerweile wenden sich auch mittelständische Stahlverbraucher verstärkt den asiatischen Märkten zu. China und Indien exportieren Stahl in großen Mengen. In der Regel werden die Ordermengen erhöht, um eine ausreichende Versorgung zu sichern.

Nach Aussage verschiedener Stahleinkäufer gäbe es beim chinesischen Material zwar hin und wieder Probleme bei der Zuverlässigkeit. Als Verarbeiter größerer Mengen komme man jedoch nicht am chinesischen Stahlmarkt vorbei. Im Moment werde dabei zwar noch kein Geld gespart, es gelte aber, die Lieferbeziehungen aufzubauen und auf eine solide Basis zu stellen.

Erfahrene Stahleinkäufer bauen darauf, dass die Zyklen im Stahlmarkt nach wie vor in Kraft sind und der Markt sich auch wieder in die andere Richtung bewegen wird. Die alternativen Beschaffungsmöglichkeiten haben in den Preisverhandlungen letztlich zu einer Beruhigung in der Stahlpreisentwicklung beigetragen.

Es bleibt nach wie vor schwierig, die weitere Stahlpreisentwicklung für dieses Jahr einzuschätzen. Eine anhaltende Verknappung bei Kaltband wird nicht ausgeschlossen. Erste Indikatoren sind leicht steigende Preise in Italien und Spanien sowie in Südamerika.

Hinzu kommt, dass die Vormaterialpreise beispielsweise für Schrott enorm angezogen haben. Mittlerweile liegt der Frei-Werk-Preis für Stahlschrott der Sorte 2 bei über 250 Euro/Tonne. Das ist ein Anstieg von über 40 Euro gegenüber September 2006. Eine deutliche Entspannung bei den Preisen für Schrott ist in diesem Jahr keinesfalls zu erwarten.

Stahlpreisentwicklung - Es geht aufwärts

Trotz Rezessionsängsten boomen die Stahlpreise weiter und dürften in den kommenden 12 bis 18 Monaten kaum nachgeben. Im Gegenteil, mit weiteren Preisspitzen ist zu rechnen, da die Anti-Dumping- Klagen bereits Wirkung auf die Stahlpreisentwicklung zeigen. Der monatliche chinesische Stahlexport in die EU hat sich seit April 2007 von damals mehr als 6 Mio. Tonnen komplett halbiert.

Zweiter Preistreiber ist der weiterhin große Stahlhunger der Schwellenländer. Er machte es z. B. japanischen Stahlkochern leicht, im April Preiserhöhungen von 126 €/t für den asiatischen Markt durchzusetzen. Im 3. Quartal dürften weitere Steigerungen anstehen, nachdem der Preis für brasilianisches Eisenerz um über 65 % in die Höhe geschossen ist.

In Westeuropa ziehen die Stahlproduzenten nach und haben für das 2. Quartal Preiserhöhungen von 10 bis 15 % angekündigt. Damit nicht genug, für das 3. Quartal sind bereits weitere Preisrunden im Gespräch. Für Einkäufer eine missliche Lage. Da die Importe aus Drittländern nur spärlich fließen, gibt es kaum Alternativen.

Preisentwicklung beim Kaltband: Weitere 50 €/t im 2. Halbjahr

Da große Importmengen fehlen und die Nachfrage brummt, sitzen die Erzeuger wieder fest im Sattel. Preislich wird es im 2. Halbjahr wohl nochmals um 50 €/t nach oben gehen. Verantwortlich für diese Entwicklung sind zweifellos die asiatischen Tiger. In Korea z. B. ist Kaltband noch teurer als in Europa. Damit ist das Ende der Fahnenstange wohl noch nicht erreicht. Branchenkenner vermuten, dass zum Jahresende das Preisniveau des Krisenjahrs 2004 noch getoppt wird.

Walzdraht: 100 €/t mehr

Alarmstufe Rot. Setzt sich der Trend des 1. Halbjahres fort, sind im 3. Quartal Erhöhungen von bis zu 100 €/t möglich. Im 4. Quartal könnten dann noch einmal 25 €/t hinzukommen. Mit einer Entspannung ist in diesem Jahr also nicht mehr zu rechnen, da sich am Markt ernst zu nehmende Engpässe abzeichnen und die Lieferzeiten immer länger werden. Die Auftragsbücher der Walzdrahtverarbeiter sind voll und nennenswerte Importmengen aus Asien stehen nicht zur Verfügung. Obwohl Brüssel noch nicht über die Anti-Dumping-Klage einiger europäischer Erzeuger entschieden hat, ist die Walzdrahteinfuhr schon jetzt so gut wie zum Erliegen gekommen.

Rohstahl: Weltweit weniger

Allein in der EU-27 ist die Rohstahlproduktion im März von 17,792 Mio. auf 16,592 Mio. Tonnen zurückgegangen. Neben Deutschland fielen Italien (- 0,275 Tonnen), Spanien (- 0,139 Tonnen) und Großbritannien (- 0,085 Tonnen) am stärksten zurück. Auch anderswo sieht es nicht besser aus. Selbst Rotchina, der weltweit größte Stahlerzeuger, schwächelt mit 38,84 Mio. Tonnen (Vormonat: 40,564 Mio. Tonnen). Dennoch legte die Volksrepublik im Vorjahresvergleich mit einem Erzeugerplus von 7 % deutlich zu. Noch stärker fiel das Plus in Indien aus: 13 %.

Koks: 300 $ je Tonne

Die starke Nachfrage macht es möglich: Der Preis für Kokskohle hat sich innerhalb kürzester Zeit verdreifacht. Kostete eine Tonne Kokskohle vor ein paar Wochen noch rund 98 $, müssen heute dafür rund 300 $ bezahlt werden. Da die Preise für Eisenerz im gleichen Atemzug um mehr als 65 % gestiegen sind, dürften die negativen Auswirkungen auf den globalen Stahlmarkt bis weit ins Jahr 2009 reichen.

Eisenerz: Kraftprobe

Das Gerangel zwischen Sino-Steel und Midwest wird das Preisfeuer nur weiter anfachen.

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