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Stahlmarkt: Unklare Marktlage

veröffentlicht am 26.04.2011 unter Rohstoffeinkauf
Anders als es sich die europäischen Stahlkocher gedacht hatten, schlucken die Märkte, sprich die Einkäufer nicht jede Preiskröte.
Chart: Stahlmarkt Preisentwicklung Sie haben sich in der Regel zu Tiefpreiszeiten mit Material eingedeckt und warten nun ab, wohin der Hase läuft. Einige Erzeuger sind auch durchaus zu (moderaten) Nachlässen bereit, seine Einkaufsstrategie sollte aber niemand auf dieses Entgegenkommen aufbauen.

Denn den Stahlwerken sitzen - wie der gesamten Wirtschaft - die weiter steigenden Rohstoffkosten im Nacken:
  • Allein für die japanischen Hersteller sagen Experten steigende Rohstoffkosten von weit über 3 Mrd. $ in diesem Jahr voraus, was einem Plus von rund 500 $ pro Tonne Stahl entspricht. Ähnlich die Situation in Südkorea. Posco hat daraufhin seine Preise für April um bis zu 20 % angehoben.
  • Wenn die Eisenerzpreise auch nicht mehr galoppieren, steigen sie doch weiter. Die Messlatte liegt am Spotmarkt derzeit bei rund 170 $/t.
  • Bei Kohle hat die japanische Dreifachkatastrophe dagegen den Aufgalopp der Preise gebremst. Dennoch bleibt Kohle teuer. Für die Qualität 11 % Asche werden am Spot-markt bspw. rund 500 $/t (C&F Nordwest-Europa) verlangt, 20 $/t mehr als noch vor Monatsfrist.
  • Wie bei Stahl halten sich die Einkäufer gegenwärtig auch beim Schrott zurück. Die Folge: Die Preise treten auf der Stelle oder fallen sogar leicht. So bspw. am belgischen Markt: Dort rutschte SM-Schrott auf 265 €/t, 20 €/t weniger als noch vor 4 Wochen.
Praxis-Tipp: Türkische Hersteller sind weiterhin eine gute Beschaffungsalternative, besonders bei Baustählen. Die Unruhen in Nordafrika haben ihre Verkäufe um über 50 % einbrechen lassen.
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