Stahl: Viele Preise wieder wie 2007
veröffentlicht am 18.08.2010 unter Rohstoffeinkauf
Preissenkungen
- Die chinesische Anshan Iron & Steel (www.ansteel.com.cn) hat für den Sommer Abschläge von bis zu 103 $/t angekündigt.
- In ähnlicher Größenordnung will auch Baosteel (www.baosteel.com) seine Preise nach unten anpassen.
- Wegen nachlassender Nachfrage hat auch die Steel Authority Of India (SAIL, www.sail.co.in) geringere Flachstahlpreise angekündigt.
- Dagegen verlangt ArcelorMittal (www.arcelormittal.com) seit Ende Juni für warm gewalzte Bleche 10 % mehr.
- Bei Brasiliens Companhia Siderurgica Nacional (CSN, www.csn.com.br) sind es +10,75 %. Seit Juni fordert CSN auch 7,5 % mehr für verzinkte Bleche.
- Die britische Corus (www.corusgroup.com) will nach Preissprüngen von 60, 60 und 80 £/t (jeweils Februar, März und April) seit Juni noch einmal 60 £/t mehr haben (72,21 €/t).
Kohle: Preisdiktat Nr. 1
Die Stahlnachfrage ist gar nicht so hoch, wie es die Hersteller gern hätten. Zum Ende des 2. Quartals sind die Kohlepreise am Spotmarkt bspw. um 20 $/t gesunken. Der Grund: geringere Ordermengen ebendieser Stahlkocher!
Australische Hard-Coking-Coal der Premiumqualität (FOB Queensland) ist von 270 $/t auf 220 $/t gefallen. Dennoch versuchen Minenkonzerne wie BHP Billiton, höhere Vertragspreise durchzudrücken. Bei der Nummer 2 der weltweit größten Stahlhersteller Nippon Steel (www.nsc.co.jp/en) sollen es im 3. Quartal 12,5 % mehr sein (225 $/t statt 200 $/t).
Beachten Sie: Nach Expertenschätzungen rangieren die Kohlepreise bis zu 50 % oberhalb der Grenzkosten.
Erz: Preisdiktat Nr. 2
Die Bergbaukonzerne Rio Tinto und BHP Billiton versuchen spätestens im 3. Quartal, einen weiteren Preisschub durchzudrücken. Für japanische Stahlkocher sollen es +23 % sein und für indische und chinesische rund 33 % mehr. Nach eigenen Angaben halten die beiden Bergbauriesen den Anstieg auf rund 147 $/t bzw. 155 $/t für marktgerecht.
Beachten Sie: Dabei ist der Spotpreis für australisches Feinerz mit einem Eisengehalt von 62 % im Juni um 9 % gefallen und liegt gegenwärtig bei 169,50 $/t. Diese Tendenz könnte sich in den kommenden Monaten noch verstärken, da die gerade erst eingeführten Vierteljahresverträge auf gar nicht so festen Beinen stehen, wie Rio & Co. behaupten.
Schrott: Die Preise bleiben unten
Auch bei Schrott geht die Rechnung der Konzerne nicht auf. Nach einem Rückgang um 5 €/t im Mai meldete der belgische Eisenschrottmarkt ein weiteres Minus von 15 €/t.









