Stahl Preise

Stahl Preise sind einer stetigen Entwicklung ausgesetzt. Damit Sie als Einkäufer niemals die aktuelle Entwicklung aus dem Auge verlieren, hilft Ihnen Rohstoffeinkauf aktuell und versorgt Sie stets mit den neuesten Stahl Preisen.

Die hohen Stahl Preise sind Konjunkturkiller

Obwohl die Stahl Preise der Welt seit Dezember 2007 um bis zu 50 % gestiegen sind und obwohl sich das Weltwirtschaftsklima generell abgekühlt hat, ist eine Wende bei den Stahl Preisen noch immer nicht in Sicht. ArcelorMittal z. B., nach Volumen der größte Stahlproduzent der Welt, hat kürzlich die Stahl Preise in Europa um 120 € bzw. 20 % je Tonne angehoben. Begründung: gestiegene Produktionskosten, angefangen vom Eisenerz über die Energie bis hin zu den Transportpreisen. Auch andere Produzenten haben für das 3. Quartal weitere Preissteigerungen angekündigt.

Geradezu dramatisch ist die Lage bei Betonstahl, dessen Preis sich in den letzten Wochen derart stark verteuert hat, dass große Infrastrukturprojekte in aller Welt auf der Kippe stehen. Anfang Juni hat die deutsche Baubranche bis zu 540 €/t für Betonstahl zahlen müssen. Innerhalb nur eines Monats hatte sich der Preis um 35 % erhöht und im Vergleich zum Dezember 2007 sogar verdoppelt. Eine seriöse Angebotskalkulation sei unter diesen Umständen kaum möglich, beklagt Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB).

Ähnlich dramatisch sieht es in der Autoindustrie aus. Toyota musste beim Stahlkonzern Nippon Steel eine Preiserhöhung von 35 % schlucken oder 28.000 JPY pro Tonne Stahl (1 € = 167,52 japanische Yen). Der Preis für Karosseriebleche stieg damit auf den höchsten Stand seit 26 Jahren. Die entstehenden Mehrkosten von jährlich 300 Mrd. JPY jagen die von Autobauer angekündigten Einsparungen in diesem Geschäftsjahr komplett durch den Schornstein.

Warmband: Kein Land in Sicht

Aus Gemunkel wird allmählich Gewissheit: Im 3. Quartal werden sich Preiserhöhungen in einer Größenordung von 130 bis 150 €/t kaum mehr abwenden lassen. Mehr noch: Die Erzeuger sitzen so fest im Sattel, dass sie massiv versuchen, so genannte Rohstoffteuerungszuschläge selbst bei bestehenden Jahresverträgen durchzusetzen. Betroffen sind besonders Unternehmen der Baubranche. Wegen der anhaltenden starken Nachfrage in aller Welt nach Warmband ist noch lange kein Ende in Sicht. Branchenkenner erwarten weitere Preisanstiege.

Walzdraht: Schlimmer geht"s nimmer

Noch halten sich die Erzeuger bedeckt, was ihre Preisvorstellungen für das 3. Quartal betrifft. Nachdem sich die Walzdrahtpreise binnen Jahresfrist um 50 % erhöht haben, kursieren am Markt Zahlen von plus 120 bis 150 €/t. Auf jeden Fall werden Preiserhöhungen im deutlich dreistelligen Bereich befürchtet. Die Angst kommt nicht von ungefähr. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu ernsten Materialengpässen, die in vielen Unternehmen die Produktion gefährdeten. Schwächen, die die Erzeuger ganz sicher in die Waagschale werfen und wegen der sie ihre Walzdrahtpreise als nicht verhandelbar erklären lassen werden.

Eisenerz: Preise nach Gutsherrenart

Marktbeobachtern bereiten die jüngsten Abschlüsse bei Eisenerz Sorgen. Nur 3 Lieferanten (der brasilianische Vale-Konzern und die beiden australischen Minengesellschaften Rio Tinto und BHP Billiton) beherrschen 75 % des seewärtigen Eisenerzhandels auf der Welt. Eine Position, bei der man nicht nur die Muskeln spielen lassen, sondern auch Preise nach Gutsherrenart durchdrücken kann. Seit 2004 haben es die Kartelle fertiggebracht, den Preis z. B. für die Benchmark-Sorte Carajas um rund 270 % in die Höhe zu treiben. Weder ist ein Ende dieser Preistreiberei in Sicht, noch können Einkäufer auf Lieferantenalternativen ausweichen.

Stahl Preise: Prognose

Die Stahlbranche erwartet, dass das überdurchschnittlich gute Geschäftsjahr 2006 im Jahre 2007 nochmals übertroffen wird. Nach Prognose des Münchner IFO-Instituts werden die größten deutschen Stahlverbraucherbranchen Fahrzeugindustrie sowie Maschinen- und Anlagenbau 2007 voraussichtlich um 3 % wachsen. Hinzu kommt, dass die Bauwirtschaft, mit einem Anteil von etwa 15 % am gesamten inländischen Stahlverbrauch, ihre Talsohle endgültig überwunden hat und die Trendwende zu weiterem Wachstum 2007 fortgesetzt wird. Insgesamt bilden diese Voraussagen das Fundament einer stabilen Stahlkonjunktur. Dies spricht nicht gerade für niedrigere Stahlpreise.

Allerdings könnten zunehmende Importmengen aus China, Indien, Brasilien und Russland dämpfend auf den EU-Stahlmarkt wirken. Die italienischen Stahl Preise sinken bereits. Ein Grund für Sie, dort mal wieder anzufragen. Die chinesischen Stahlqualitäten haben sich weiter verbessert, wie aus mehreren Einkaufsabteilungen zu hören ist.

Vorsicht mit Jahresabschlüssen

In der Vergangenheit sind Wenden nach unten bei den Stahl Preisen immer ganz plötzlich gekommen. Schließen Sie daher maximal Jahresverträge ab. Wir empfehlen Ihnen sogar, zurzeit nur Viertel- oder Halbjahresverträge abzuschließen. Zusätzliche Mengen können Sie dann über den Spotmarkt kaufen. Aktuell lassen sich viele sehr große Stahlverarbeiter (z. B. OEMs = Original Equipment Manufacturer) Zeit beim Abschluss der Jahresverträge mit den Stahlwerken. Im Laufe des ersten Quartals wissen wir mehr.

Stahl Preise: 50 Euro mehr pro Tonne?

Das stellen sich die Stahlproduzenten für den Jahresanfang vor. Wir halten diese Forderungen für sehr ambitioniert. Verhandeln Sie daher hartnäckig - Sie wissen ja, das lohnt sich so gut wie immer.

Stahl Preise: Die Preisfront bröckelt

Das neue Jahr steht noch nicht in den Startlöchern, da fordern die Stahlproduzenten für 2008 auch schon höhere Stahl Preise. Und wie in jedem Jahr müssen dafür gestiegene Vormaterial-, Energie- und Frachtkosten herhalten. Doch die Lager der Großhändler sind rappelvoll und das Geschäft verläuft mehr als ruhig. So werden es die Erzeuger schwer haben, sich mit ihren Vorstellungen - zumindest im ersten Halbjahr - durchzusetzen. Allenfalls sind ein paar moderate Preiskorrekturen drin.

Womöglich setzen die Hersteller bei ihrem Preispoker auch auf den Erfolg der Anti-Dumping- Beschwerde, die der europäische Branchenverband Eurofer bei der EU eingebracht hat. Im Moment ist aber nicht abzusehen, ob und wann diese Restriktionen greifen werden. In einer ersten Stellungnahme hat der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) auch sofort die negativen Auswirkungen der Anti-Dumping-Maßnahmen gebrandmarkt. Nach Einschätzung von WSM-Hauptgeschäftsführer Andreas Möhlenkamp würden Handelsrestriktionen vor allem den europäischen Mittelstand treffen. Zwar sei auch der Verband dafür, unfaire Wettbewerbspraktiken zu unterbinden, die Begründungen für die EU-Beschwerde wären aber mehr als dürftig. Hinzu komme, dass Europas Stahlindustrie nach eigenen Angaben 2007 die höchsten Gewinne aller Zeiten eingefahren habe.

In der Tat scheinen die von Eurofer vorgelegten Zahlen höchst theoretischer Natur zu sein, da hohe Frachtkosten und lange Lieferzeiten die Preisvorteile aus Asien-Geschäften größtenteils wieder zunichtemachen. Unterm Strich ist der in Fernost eingekaufte Stahl meist nur unerheblich günstiger als Stahl aus der heimischen oder europäischen Produktion. Selbst der Vorwurf, dass asiatische Anbieter ihre Ware unter Inlandspreisen anbieten würden, erweist sich als Flop. Gerade in letzter Zeit haben italienische Hersteller Stahlprodukte zu Preisen angeboten, die um 30 bis 40 €/t unter den Inlandspreisen lagen.

Kaltband: Preiserhöhungen unwahrscheinlich

Auch bei Kaltband würden die Stahlhersteller im neuen Jahr gern kräftig an der Preisschraube drehen. Doch die Tatsachen in Form von hohen Lagerbeständen und kurzen Lieferzeiten werden diese Träumereien zum Platzen bringen. Zwar wird hier und da von Aufschlägen zwischen 45 und 50 €/t gemunkelt, realistischer sind aber weitgehend stabile Preise in den ersten Monaten des Jahres 2008.

Beachten Sie: Die Marktlage ist günstig. Ganz anders als noch vor zwölf Monaten können Sie mit den Zulieferern wieder auf Augenhöhe verhandeln.

Rohstahl: EU- und Weltproduktion gestiegen

Insgesamt 16,111 Mio. Tonnen wurden im September 2007 in der EU 15 geschmolzen, davon allein 4,057 Mio. Tonnen in Deutschland. Weltweit erhöhte sich die Rohstahlproduktion auf 110,111 Mio. Tonnen. Champion China trat mit 41,530 Mio. Tonnen auf der Stelle (Vormonat: 41,583 Mio. Tonnen).

Vormaterial: Preise rauf

Koks: Die Preise für chinesisches Material, 12 bis 12,5 % Asche FOB China, marschieren stramm auf die 300-USD/t- Marke zu (sechs Monate zuvor waren es noch 100 USD weniger). Verursacht ist der Anstieg durch steigende Inlandspreise und Spekulationen, die chinesische Koksexportsteuer könnte von 15 % auf 30 % angehoben werden. Eisenerz: Mit Steigerungen von 20 % bis 50 % ist zu rechnen.

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