Metallpreise

Als Einkäufer ist es besonders wichtig, die aktuelle Entwicklung der Metallpreise im Auge zu behalten. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, hilft Ihnen Rohstoffeinkauf aktuell.

Metallpreise in der NE-Metallindustrie

Die NE-Metall-Nachfrage hat weltweit in den letzten zehn Jahren kräftig zugenommen und steigt noch weiter

Über 8 Millionen Tonnen werden allein in Deutschland produziert. Davon entfallen rund 53 % auf die Halbzeugindustrie, 35 % auf Metallerzeugung und 12 % auf den Bereich Metallguss. Nach Metallarten lässt sich die Produktion untergliedern in die Leichtmetalle Aluminium, das mit einem mengenmäßigen Anteil von 53 % die mit Abstand wichtigste Sparte ist, und Magnesium (2 %) sowie in die Buntmetalle Kupfer (32,5 %), Zink (7 %), Blei (6 %), Nickel (0,4 %) und Zinn (0,1 %).
NE-Metalle konnten sich in der Vergangenheit in ihren traditionellen Einsatzgebieten auch im Hinblick auf die gestiegenen technologischen Anforderungen behaupten und sich dank ihrer attraktiven Eigenschaften sogar noch neue Anwendungsfelder erschließen.

Dabei haben insbesondere die asiatischen Länder, allen voran China, ihren Weltmarktanteil deutlich erhöht, und zwar sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrauch. NE-Metalle stehen oft in Konkurrenz zu anderen Werkstoffen wie Stahl, Kunststoff oder Keramik, aber auch unter ihnen selbst finden Substitutionsprozesse statt. So konnte Aluminium - von dessen Absatz 44 % der Verkehrssektor aufnimmt, 15 % das Baugewerbe, 10 % der Verpackungsbereich, 9 % der Maschinenbau und 4,5 % die Elektrotechnik - in der Vergangenheit zunehmend etablierte Einsatzgebiete von Kupfer und Stahl erobern. Dabei dürfte Aluminium insbesondere weitere Marktanteile zu Lasten von Stahl gewinnen.

Ähnlich günstig wie für Aluminium sind die längerfristigen Wachstumschancen für den weltweiten Kupfermarkt einzuschätzen - trotz weiterhin zu erwartender Einbußen zu Gunsten von Aluminium, Edelstahl, Glasfasern und Kunststoff. Denn Kupfer - von dem 37 % des Absatzes im Baugewerbe, 32 % in der Elektrotechnik, 14 % im Maschinenbau und 7,5 % im Verkehrssektor zum Einsatz kommen - profitiert aufgrund seiner hohen elektrischen Leitfähigkeit insbesondere von der weiter zunehmenden Verbreitung elektromotorischer und elektronischer Geräte sowie dem zunehmenden Einsatz von Elektronik im Fahrzeugbau.

Ertragslage und Metallpreise

Die Umsatzrendite steigt seit dem Jahr 2004 (1,8 %) wieder kräftig. Allerdings lag sie noch 2004 deutlich unter dem Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes (2,5 %). In den Jahren 2005 und 2006 hielt die positive Ertragsentwicklung in der NE-Metallbranche insgesamt an, obwohl bei den Metallpreisen erhebliche Belastungen zu verkraften waren.

Drastisch gestiegen waren die Rohstoffpreise, die bei einem Materialkostenanteil von knapp 56 % bei den Metallpreisen stark zu Buche schlugen. Gemessen am HWWI-Rohstoffpreisindex lagen die Metallpreise - sowohl in Dollarnotierung als auch in Euro gerechnet - 2005 um 16 % über ihrem Vorjahresstand. Auch die stark gestiegenen Strompreise haben die Branche belastet. Dabei fiel der Rückgang der Lohnstückkosten um gut 1 % (bei einem Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten von gut 15 %) kaum ins Gewicht.

Gleichwohl dürften die Hersteller der Branche den deutlichen Anstieg der Stückkosten durch die Anhebung ihrer Erzeugerpreise um 8,5 % in den Metallpreisen ausgeglichen haben, so dass der Gewinn pro Stück konstant geblieben ist. Da gleichzeitig die Umsätze preisbereinigt um knapp 3 % gestiegen sind, hat sich die Ertragslage insgesamt spürbar verbessert. Für das Jahr 2007 sind die Ertragsaussichten der NE-Metallindustrie im Hinblick auf die sich abzeichnende deutliche Steigerung der realen Umsätze ebenfalls günstig einzuschätzen, obwohl die Belastungen auf der Rohstoff- und Beschaffungsseite weiterhin Druck auf die Gewinnmargen der Unternehmen ausüben.

Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich angesichts versorgungstechnischer Risiken und Wettbewerbsverzerrungen auf den Rohstoffmärkten die derzeit angespannte Versorgungslage in den nächsten zwei bis drei Jahren kaum nachhaltig bessern wird. Die hohen Preise für viele Industrierohstoffe lassen - trotz des weiterhin zu erwartenden kräftigen weltwirtschaftlichen Wachstums - eine etwas langsamere Zunahme der Rohstoffnachfrage und starke Anreize zur Ausweitung des Rohstoffangebots erwarten.

Viele der in den vergangenen Jahren begonnenen Kapazitätserweiterungen gelangen nach und nach zur Produktionsreife. Daran knüpft sich die Erwartung, dass sich die Lage an den internationalen Rohstoffmärkten in den kommenden Jahren allenfalls etwas entspannen wird. Wir erwarten vor diesem Hintergrund bei den Rohstoffpreisen für die kommenden Jahre alles in allem eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Infolgedessen dürfte auch der Druck auf die Gewinnmargen in der NE-Metallindustrie anhalten. Denn trotz der in den letzten Jahren stark gestiegenen Metallpreise ist nicht davon auszugehen, dass eine vollständige Überwälzung der steigenden Rohstoffkosten in die Metallpreise gelingen wird.

Prognose: Die NE-Metallindustrie wird bei Umsatz und Ertrag in den kommenden zehn Jahren weiter überdurchschnittlich wachsen.

Wettbewerbslage und Metallpreise

Die internationalen Metallmärkte sind bis heute durch eine Reihe von Übernahmen und Fusionen geprägt. In der gesamten deutschen NE-Metallindustrie ist der Konzentrationsgrad sehr hoch: Lediglich gut 4 % der rund 1.200 Betriebe erzielten Jahresumsätze von über 50 Millionen Euro - allerdings gut 88 % des Branchenumsatzes. Im Sektor der Metallerzeugung (Gewinnung von Hütten- und Umschmelzmetall, Raffination) ist der Konzentrationsgrad tendenziell höher als im Bereich der Halbzeugfertigung.

Die NE-Metallindustrie ist in besonderem Maße außenhandelsorientiert. Da Deutschland als rohstoffarmes Land auf die Einfuhr von Metallen angewiesen ist, werden jährlich mehr einsatzfähige Metalle importiert (ca. 3 Millionen Tonnen) als selbst produziert (ca. 2,7 Millionen Tonnen). Die Ausfuhr liegt bei etwa 0,8 Millionen Tonnen. Dagegen exportiert die Halbzeugindustrie von ihrer Produktion in Höhe von 4,2 Millionen Tonnen etwa 2,3 Millionen Tonnen - und damit weit mehr als sie importiert (rund 1,3 Millionen Tonnen).

Inzwischen werden hier zu Lande mehr als 54 % der Metalle und Metall-Legierungen aus sekundären Vorstoffen wiedergewonnen.

Mit der Rückführung von verwertbarem Abfall in den Wirtschaftskreislauf verringert die Branche ihre Abhängigkeit von Rohstoffeinfuhren und trägt damit auch Umweltaspekten Rechnung.

Die NE-Metallindustrie produziert naturgemäß sehr energieintensiv. In manchen Produktionszweigen beträgt der Anteil der Energiekosten an den Produktionskosten bis zu 40 % (bei Aluminium). Somit wirken sich gesetzliche Eingriffe wie Ökosteuer, Umlagen zum Schutz von Kraft- Wärme-Kopplungs-Anlagen und zur Förderung erneuerbarer Energien etwas nachteilig auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche aus. Zusätzlich haben viele internationale Wettbewerber deutlich geringere Klima und Umweltschutzauflagen.

Am Aluminiummarkt hat bereits über die letzten Jahre hinweg das Gewicht der großen traditionellen nordamerikanischen und westeuropäischen Produzenten abgenommen, weil in Regionen, in denen Energie relativ preisgünstig verfügbar ist, umfangreiche Kapazitäten für die Gewinnung von Aluminium entstanden sind. Das gilt insbesondere für Länder wie China und Russland, deren Anteile an der weltweiten Aluminiumerzeugung künftig weiter zunehmen werden.

Die Aussichten der Metallpreise für die kommenden Jahre sind in starkem Maße von Entwicklung der Welt-Konjunktur geprägt, da die Branche eine zentrale Zulieferindustrie für viele Industriezweige ist. Es ist zu erwarten, dass alle wichtigen Kunden der NE-Metallindustrie in Deutschland ihre Produktion ausweiten. Das sind allen voran der Verkehrssektor, der 30,5 % der inländischen Verwendung von NE-Metallen beansprucht, gefolgt vom Baugewerbe (28 %), von der Elektrotechnik (12,5 %), dem Maschinenbau (knapp 9 %), der Verpackungsindustrie (5,5 %) und der chemischen Industrie (knapp 1,5 %). Hinzu kommt, dass infolge der nach wie vor dynamischen Weltkonjunktur das Auslandsgeschäft der deutschen NE-Metallindustrie starken Rückenwind verleiht.

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