Die umfassende Global Sourcing Strategie

Waren gut und günstig im Ausland zu beschaffen ist nur die halbe Rechnung. Sie haben auch einiges auf die diversen Zahltische zu legen. Je nachdem, wie Sie die Lieferverträge im Rahmen Ihrer Global Sourcing Strategie ausgehandelt haben, sind das im Wesentlichen 6 Kostenfaktoren:

1. Frachtkosten

  • Lkw, Eisenbahn, Schiff, Flugzeug, aber beispielsweise auch eine Lieferung per Pipeline
  • Zuschläge für besondere Leistungen wie Eil-, Sperrigkeits-, Schwergut- und Gefahrgutzuschläge sowie Hafen- und Flughafengebühren
2. Versicherungskosten
  • Transportversicherung
3. Speditionskosten
  • Provisionen für die Vermittlung von Frachtverträgen
  • Aufwendungen des Spediteurs für andere Dienstleistungen wie etwa Verzollungsgebühren in Drittländern, Courtage eines Schiffsmaklers, Kosten für das Ausstellen von Frachtpapieren u. a.
4. Mieten
  • für Beförderungsmittel (insbesondere Container und Paletten)
5. Ladekosten
  • Ver- oder Beladung Ihrer Lieferung bis hin zur Entladung auf Ihrem Betriebshof
  • Umladungen, zum Beispiel vom Frachtcontainer auf einen Lkw
  • Zwischenlagerungen (Hafendepots oder Zollstellen)
6. Behandlungskosten
  • Kühl- oder Beeisungskosten für verderbliche Waren (Fleisch, Fische)
  • Fütterungs- und Tierarztkosten für lebende Tiere
  • Aussortier- und Umpackkosten für Waren (Obst, Gemüse), die auf dem Transport verdorben sind

Beachten Sie: Diese Posten sind auch für die anfallenden Zollgebühren von Wichtigkeit. Nach Artikel 32 Abs.1 Zollkodex (ZK) werden beispielsweise bei der Ermittlung des Zollwerts alle Transportversicherungen zum eigentlichen Einkaufspreis hinzugerechnet. Ohne Relevanz sind für den Zoll dagegen mögliche Reise-, Anwalts- und Übersetzungskosten – für Ihre Global Sourcing Strategie bzw. Einkaufskalkulation aber nicht!

Auf Nummer sicher

Mutter aller deutschen Transportversicherungen sind die Allgemeinen Deutschen Seeversicherungsbedingungen (ADS) aus dem Jahr 1919. Sie waren das erste Regelwerk, das seinerzeit verbindliche Versicherungsrichtlinien für den (See-)Transport von Gütern festschrieb. Immer wieder überarbeitet, zuletzt als „Version 1.2.1.08 Warenversicherung – DTV-Güter 2000/2008”, sind sie Grundlage einer jeden Versicherungspolice. Im klassischen Fall werden sie bestimmt durch:

  • Transportgut (Güterversicherung)
  • Transportmittel (Kaskoversicherung)
  • Transportweg (Risiken und Gefahren)
  • Versichertes Interesse (engl.: interestinsured)
  • Haftungsgrundlagen und -einschränkungen
  • Versicherungsdauer

Das große Geschäft

Dass Transportschäden nicht nur ein großes Problem sein können, sondern auch ein großes Geschäft, haben Dienstleister schon vor Jahrhunderten erkannt. Allen voran die Versicherungsbranche. Heute ist der deutsche Transportversicherungsmarkt einer der bedeutendsten der Welt. Gut 100 Versicherer werben um die Gunst von Einkäufern und Spediteuren, darunter die Platzhirsche Allianz und AXA mit einem Marktanteil von 13,9 bzw. 12,9 %.

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