Global Sources

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Global Sources: Südafrika, Thailand, Schweiz

Mit Kohle, Autos und Chemie an die Weltspitze

1. Südafrika: Global Sources für Kohle und mehr

  • Kohle:
    Dank großer Investitionen boomt Südafrikas Kohlebergbau. BHP Biliton z. B. wird 4,5 Mrd. Rand (1 € = 12,46 R) in seine Kohlegruben Douglas und Middelburg im Witbankrevier stecken. Um die Kohlevorkommen bei Klipspruit besser ausbeuten zu können, kommen noch einmal 900 Mio. R dazu. Die Konkurrenten Xstrata verbauen 2,9 Mrd. R in die Goedegevonden-Mine und Exxaro bringt mit 5,4 Mrd. R seine beiden Gruben Grootgeluk und Mafube auf Vordermann.
  • Platin:
    Die Höhenflüge dürfte sich in den nächsten Jahren ungebrochen fortsetzen. Bereits heute beherrscht Südafrika als Global Sources den kompletten Weltmarkt: 75 % der Produktion kommen dabei aus dem Bushveld-Komplex westlich von Pretoria.
  • Uran:
    War in den 1990er Jahren die Produktion völlig zum Erliegen gekommen, deutet sich jetzt ein Umschwung an. Zwei südafrikanische Unternehmen, "First Uranium" und "Uranium One", haben Erweiterungen ihrer Minen angekündigt. Hinzu kommt das neue Förderunternehmen "Mintails", das unmittelbar vor dem Markteintritt steht.
  • Gold:
    Als Devisenbringer haben Platin (38,5 Mrd. R) und Kohle (36 Mrd. R) längst das noch vor wenigen Jahren führende Gold (27 Mrd. R) überholt. Obwohl sich der Goldpreis in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt hat, geht die Produktion immer weiter zurück. Investitionen gibt es so gut wie keine mehr. Die Lagerstätten liegen heute 4.000 Meter und tiefer und können nur noch mit teuerster Technologie gefördert werden. Eine Investition, die derzeit kaum ein Unternehmen stemmen kann.

Bleibt die Achillesferse des südafrikanischen Bergbaus: die miserable Infrastruktur für den Abtransport von Kohle und Co. Aber auch hier ist Besserung in Sicht. Die Kapazität des Hauptverschiffungshafens Richards Bay Terminal wird durch den Ausbau von derzeit 72 Mio. jato auf 92 Mio. jato steigen. Auch die von den Kohlerevieren zum Hafen verlaufende Bahntrasse soll modernisiert werden.

2. Thailand: Global Source Kfz-Industrie

Die Ziele sind ehrgeizig. Bis 2009 soll Thailand die höchste jährliche Wachstumsrate bei der Pkw-Produktion in Asien erreichen. 15 % sind angepeilt. Bis Ende 2010 sollen im Königreich dann rund 1,8 Mio. Einheiten produziert werden. Nach neuesten Angaben der Thai Automotive Industry Association (TAIA) werden davon mehr als die Hälfte in den Export gehen. Im vergangenen Jahr lag die Exportquote bei rund 60 %. Mit diesen Zahlen würde das Land als Global Source am Südchinesischen Meer auf Platz 9 der weltgrößten Automobilproduzenten aufrücken.

Möglich machte diese Entwicklung das so genannte "Eco-Car"-Programm der Regierung. Produzenten von Kleinwagen, die nicht mehr als 5 Liter Benzin verbrauchen, erhalten erhebliche Steuervergünstigungen. Tata Motors z. B. will in Thailand ein neues Energiesparmodell entwickeln. Auch der Volkswagen-Konzern prüft derzeit Investitionen in Thailand, um in den Genuss der Steuervorteile des "Eco-Car"- Programms zu kommen.

Kräftige Zuwächse für die heimische Auto- und Kfz-Teileindustrie versprechen auch die diversen Freihandelsabkommen im asiatischen Raum. Laut Thai Automotive Industry werden sie Thailands Ruf festigen, eine kostengünstige Kfz- Produktionsbasis für den Rest der Welt zu sein.

3. Schweiz: Global Source Chemieindustrie

Für 2008 dürfte der Produktionszuwachs etwas geringer als 2007 ausfallen. Neben der Kunststoffbranche ist der Pharmasektor einer der tragenden Säulen der schweizerischen Chemieindustrie. Prognostiziert ist ein Plus von 3 bis 3,5 % (2007: 4,2 %). Bei Kunststoffen und Kunststoffprodukten dürfte die Entwicklung in diesem Jahr ähnlich ausfallen.

Derzeit gibt es in der Schweiz knapp 1.000 Chemiebetriebe (einschließlich Pharmahersteller), die rund 67.000 Arbeitnehmer beschäftigen. Bedeutende Unternehmen sind Novartis, die Roche-Gruppe und Ciba Chemicals. Zusammen setzten sie im vergangenen Jahr 61 Mrd. € um. Die Bruttowertschöpfung der Chemie-, Pharma und Kunststoffindustrie betrug 2006 laut Credit Suisse rund 12,5 Mrd. €. Die Exporte beliefen sich 2007 auf rund 42 Mrd. € (Deutschland: 6,9 Mrd. €). Das waren knapp 5 % mehr als 2006.

Global Sources: Brasilien - Eine Großmacht in der Warteschleife

Außer durch Rohstoffe profiliert sich das Land immer mehr als Global Source von Hightech-Produkten. Brasilien gilt nicht nur als aufstrebendes Schwellenland, sondern neben Indien und China auch als zukünftige Wirtschaftsgroßmacht. Im I. Quartal 2008 wuchs die Wirtschaft um 5,8 %, nach enttäuschenden 3,5 % im vorigen Jahr. Zum Leidwesen der Einkäufer zog im gleichen Zeitraum auch der Real (R$) an und verteuerte die Importe nach Deutschland.

Guter Lohn für gute Produkte

Im Gegensatz zu China oder Indien ist Brasilien kein Billiglohnland. Qualifizierte Facharbeiter können durchaus so viel wie ihre deutschen Kollegen verdienen. Mit großen regionalen Unterschieden allerdings. In der Region um S�o Paulo werden die höchsten Löhne gezahlt, wesentlich geringere dagegen in den nördlichen Provinzen. Bei der Produktivität sieht es ähnlich aus: hohe Löhne = hohe Produktivität, niedrige Löhne = niedrige Produktivität.

Die wichtigsten Wachstumsbranchen und Global Sources sind neben der Landwirtschaft sowie der Papier- und Zellstoffindustrie der Erdöl- und Erdgassektor, die Stahl- und Autobranche und seit neuestem IT-Technologien.

Die Metall-Großmacht

Bei Erzen und Mineralien kommt heutzutage kein Rohstoffeinkäufer mehr an den Global Sources von Brasilien vorbei. Bei der Nickel- und Kupferproduktion z. B. geben die einheimischen Konzerne weltweit den Ton an. Auch bei Niobium - einem Zusatzmetall bei der Edelstahlherstellung - liegt Brasilien mit seinen 90 % der Weltvorkommen ganz weit vorn. Bei Eisenerz beträgt der brasilianische Anteil an der Weltproduktion knapp 20 %.

Einfache Erdölindustrie

Die nationale Erdölproduktion stieg 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 %, wobei sich die Exporte um 34 % steigerten. Ganz erheblichen Anteil an dieser Entwicklung dürfte die Neuerschließung mehrerer Erdölfelder haben, allen voran die Inbetriebnahme der produktionsstärksten Bohrinsel Brasiliens (P-50) durch Petrobras.

Die Tatsache, dass die einheimischen Raffinerien weder über das Know-how noch über die Technik verfügen, das geförderte Schweröl weiterzuverarbeiten, trübt diese Bilanz allerdings erheblich ein.

Erdgas satt

Die spektakulären Erdgasfunde von 2005 vor der Südostküste erhöhten die brasilianischen Gasreserven um 67,4 %. Prognosen gehen davon aus, dass die Reserven aufgrund weiterer Bohrungen in den nächsten Jahren um nochmals 30 % ansteigen werden.

Der Kfz-Motor brummt

Schon seit Jahren befindet sich der brasilianische Kfz-Markt auf Rekordkurs. Nach Angaben des Fachverbandes Anfavea (Associa��o Nacional de Fabricantes de Ve�culos Automotores) konnte die Produktion allein 2007 um 14 % gesteigert werden. Diese Entwicklung wird sich 2008 mit nahezu unverminderter Dynamik fortsetzen. Erwartet wird ein Plus von 9 % und ein Produktionsausstoß von 3,2 Mio. Einheiten (2007 waren es knapp 2,97 Mio.) Mit diesen Zahlen arbeiten sich die Hersteller immer näher an ihre Kapazitätsgrenzen heran. Geschätzt werden zurzeit etwa 3,5 Mio. Fahrzeuge pro Jahr.

Die meisten von ihnen (90 %) sind mit der so genannten Fuel-Flex-Technik ausgestattet. Eine innovative Kraftstofftechnologie, die in Brasilien entwickelt wurde. Mit dieser Technik ausgestattete Motoren können sowohl mit herkömmlichen Kraftstoffen (Benzin, Diesel) als auch mit dem von Brasilien favorisierten Ethanol oder einem Gemisch aus beidem betrieben werden.

Die Kfz-Teilebranche, die sich wie die Autoindustrie zum überwiegenden Teil im Bundesstaat S�o Paulo angesiedelt hat (über 50 %), steht dieser Positiventwicklung in nichts nach. Im vergangenen Jahr konnten die brasilianischen Zulieferer ihre Umsätze um knapp 20 % auf 35,7 Mrd. R$ (1 € = 2,51 brasilianische Real) erhöhen. 2008 werden ähnliche Rekordzahlen erwartet. Der starke Real könnte durch diese Prognosen jedoch einen dicken Strich machen. So haben die Kfz-Unternehmen vorsorglich schon einmal alle Auslandslieferungen nach unten korrigiert.

Beachten Sie: Dennoch bieten brasilianische Teilehersteller interessante Zulieferpotentiale, da alle nach europäischen Normen zertifiziert sind.

Global Sources: Mehr Maschinen

Nach Angaben des Branchenverbandes Abimaq (Associacao Brasileira da Industria de Maquinas e Equipamentos) gibt es gegenwärtig rund 3.200 einheimische Maschinenbauer. Der Rest (800) sind Niederlassungen ausländischer Gesellschaften. Die meisten davon haben ihren Firmensitz im Bundesstaat Sao Paulo aufgeschlagen (über 70 %).

In diesem Jahr werden sie ihre Umsätze um 10-13 % nach oben auf 70 Mrd. R$ schrauben. Nach Jahren der Stagnation eine beachtliche Entwicklung, die in erster Linie dem Anfang 2007 lancierten Konjunkturprogramm PAC (Programa de Acleracao de Crescimento) zu verdanken ist, das Infrastrukturinvestitionen im Gesamtwert von etwa 500 Mrd. R$ vorsieht.

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