Edelstahlpreise

Da Edelstähle einen besonderen Reinheitsgrad aufweisen, ist es für viele Produzenten besonders interessant die aktuellen Edelstahlpreise mit Rohstoffeinkauf aktuell zu überwachen.

Edelstahlpreise: Endlich fallen sie massiv

Ein Blick in aktuelle Preistabellen zeigt Ihnen, wo die Reise der Edelstahlpreise hingeht. Die Preise für Kaltblech der Güten 1.4301 und 1.4571 sind innerhalb von 4 Wochen um mehr als 20 Prozent gefallen. Tendenz: weiter abwärts. Die Gründe:

  1. Der drastische Fall der Legierungszuschläge durch den starken Nickelpreis-Rückgang seit dem Juni 2007.
  2. Die Edelstahlhersteller und -händler sitzen auf hohen Lagerbeständen und bauen diese zurzeit kräftig ab. Sie haben Angst vor einem weiteren Verfall der Edelstahlpreise. Die Unsicherheit auf der Verkäuferseite wird immer größer.

Neue Werkstoffe

Die trotz der jüngsten Reduzierung des Nickelpreises immer noch sehr hohen Edelstahlpreise fordern geradezu neue preiswerte Werkstoffe. Leider gibt es keinen wirklich neuen Werkstoff für alle Produktformen. Einige Rohrhersteller gehen den Weg mit dem aus Asien sehr bekannten 1 %- oder 4 %-nickelhaltigen Stählen. Der Einsatz dieser Werkstoffe ist aber eingeschränkt, ein Außeneinsatz ist nicht immer zu empfehlen.

Beachten Sie: Die europäischen Stahlwerke haben an den neuen Werkstoffen keinerlei Interesse! Der Stahl wird hier weder produziert, noch gibt es dafür eine Werkstoffnummer. Die Legierungszuschläge (LZ) für Ni ckel-haltige Edelstahl Rostfrei-Erzeugnisse sind auch im Oktober weiter "wie ein Stein" gefallen (außer für die Güte 1.4016). Die Edelstahlpreise geraten damit massiv ins Rutschen.

Edelstahlpreise: Höhere sind durchsetzbar

Der Chef des Stahlhändlers Klöckner & Co, Thomas Ludwig, bezeichnet die Edelstahlpreise zurzeit als stabil. Sie sei aber nicht vergleichbar mit der positiven Entwicklung im übrigen Stahlgeschäft. Insgesamt sei die Nachfrage nach Stahl aktuell sehr hoch.

Ludwig hält die angekündigten Edelstahlpreiserhöhungen deshalb am Markt für realistisch und auf jeden Fall für durchsetzbar. Die Gefahr, dass es zu einem Lageraufbau kommen könnte, weil die Kunden sich aus Furcht vor Edelstahlpreiserhöhungen mit Stahl eindecken, schätzt der Klöckner-Mann für gering ein. Für eine ausgeprägte Lagerhaltung sei einfach nicht genug Material vorhanden, um die Lager aufzufüllen. Zu Engpässen werde es aber nur in Ausnahmefällen kommen. Klöckner & Co. könne seine Kunden beliefern, versichert Ludwig. Am Markt gäbe es an der einen oder anderen Stelle Verknappungen, in Panik müsse deshalb aber niemand geraten. Wer es glaubt, wird selig. Beim Konkurrenten ThyssenKrupp sind die Preise für Legierungszuschläge von Januar bis März 2008 um satte 19,7 % gestiegen.

Edelstahlpreise: Ruhe an der Front

Die Weltedelstahlproduktion soll in diesem Jahr auf ein Rekordniveau von 29 Mio. Tonnen steigen, prognostiziert das Stahlberatungshaus MEPS.

Die Spitzenwerte, die den Londoner Stahlexperten aus China, den USA, Indien, Japan, Südkorea, Brasilien und Südafrika gemeldet werden, halten Lieferfristen und Edelstahlpreise niedrig. Weltweit ist also genügend Material am Markt. Beim genauen Hinsehen gibt es sogar Anzeichen, dass einige Werke derzeit nicht richtig ausgelastet sind. So werden die Edelstahlpreise im zweiten Halbjahr 2008 generell nicht nach oben gehen. Im Gegenteil, die gegenwärtige Marktlage macht sogar eine Korrektur nach unten möglich.

Von Ausrutschern wie kürzlich bei ArcelorMittal abgesehen (für Einzelprodukte erhöhte der Konzern seine Preise deutlich über 100 €/t), wird es beim Edelstahl eine ruhige Sommersaison werden, die wahrscheinlich bis weit in den Herbst reicht. Bei Fertigprodukten könnten allerdings ein paar Euro mehr drin sein. Vor allem indische Lieferanten drehen immer wieder gern an der Preisschraube. Insgesamt sind das aber Schwankungen, die am Markt normal sind und Edelstahleinkäufern nicht den Schlaf rauben müssen.

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