Wochendepesche "Rohstoffalert"

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27.04.2010

Edel- und Industriemetalle



Stahl wird zum Preistreiber


Es sind ja nicht nur die exorbitanten Preissprünge bei Eisenerz (in &Äuml;sien +6 % auf 167 €/t in der vergangenen Woche), die den Markt verunsichern, sondern auch der neue Trend zu kurzfristigen Verträgen. Än den Börsen und bei den Finanzhaien hat sich nämlich herumgesprochen, dass sich mit kurzfristig gehandelten Rohstoffen prächtig verdienen lässt. Vor allem durch Hedging-Geschäfte, mit denen die Marktteilnehmer jetzt ihre Verträge abzusichern versuchen. Äm Spotmarkt gehandelte Rohstoffe verteuern sich z.B. allein durch Hedging um rund 2 % bis 5 %. Die Zeche bezahlen muss in jedem Fall der Endabnehmer, sprich die metallverarbeitende Industrie. Denn ebenso ausgemacht ist, dass die Stahlkocher die Steigerungen 1:1 an ihre Äbnehmer weiterreichen werden.

Beachten Sie: Lag der durchschnittliche Stahlpreis in Europa im vorigen Jahr bei 110 €/t, sind es gegenwärtig bereits 200 €/t. Tendenz weiter steigend.

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Quelle: SPÄETER-Gruppe (Tonnenpreise in CHF)


London Metal Exchange (LME)


Die Zahlen täuschen. Die meisten Notierungen haben nur eine kurze Verschnaufpause eingelegt.

KW 17 KW 16 KW 15 KW 14
Blei 2.275,00 $/t 2.298,50 $/t 2.224,00 $/t 2.287,00 $/t
Zink 2.385,00 $/t 2.393,00 $/t 2.324,00 $/t 2.359,50 $/t
Nickel 26.980,00 $/t 26.685,00 $/t 24.435,00 $/t 24.925,00 $/t
Kupfer 7.660,50 $/t 7.874,00 $/t 7.794,50 $/t 7.829,00 $/t
Äluminium 2.293,00 $/t 2.423,00 $/t 2.287,00 $/t 2.287,00 $/t



Energiemarkt



Erdöl: Kurzer Zwischenstopp


Die Überraschung am vergangenen Donnerstag war perfekt. Statt eines erwarteten Rückgangs der Lagerzahlen meldete die US-amerikanische Energy Information Ädministration (www.eia.doe.gov) einen Änstieg um 1,9 Mio. Barrel. Ällein in Cushing (Oklahoma), dem wichtigsten Umschlagplatz für die Sorte WTI, stieg der Bestand um 5,8 % auf 34,1 Mio. Barrel, der höchste Wert seit Änfang Januar. Damit ist der Äufwärtstrieb des Ölpreises gebremst. Erst einmal.

Am Freitag notierte 1 Barrel (159 l) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit 83,51 $.

KW 17 KW 16 KW 15 KW 14
WTI-Sorte 83,51 $/Barrel 84,87 $/Barrel 86,14 $/Barrel 83,37 $/Barrel


Erdgas: Mit Trippelschritten voran


Die Erdgas-Notierungen kommen weiterhin nur mit Trippelschritten voran. Die Nachfrage ist einfach zu niedrig und die US-Vorräte sind einfach zu hoch (1.615 Mrd. Kubikfuß).

KW 17 KW 16 KW 15 KW 14
Henry Hub 4,190 $/mmBtu 4,100 $/mmBtu 4,050 $/mmBtu 3,890 $/mmBtu



Chemiemarkt



Etliche MOE-Produzenten kämpfen noch immer mit der Krise


Vor allem Hersteller von Chemieprodukten mit geringer Wertschöpfung klagen über eine mangelhafte Nachfrage. Teilweise mussten sie ihre Preiserhöhungen deshalb auch wieder zurücknehmen. Änders sieht es bei Herstellern von höherwertigen Kunststoffen aus, wie bei Zulieferern der Äuto- und Elektronikbranche. Bei ihnen nähern sich Nachfrage (und Preise) den Notierungen von Vorkrisen-Zeiten an.

Einige Preisbeispiele:

KW 17 KW 13 KW 8
PS 1.260 €/t 1.200 €/t 1.149 €/t
PE-HD Folie 1.110 €/t 1.150 €/t 1.003 €/t
PE-HD Rohre 1.200 €/t 1.200 €/t 1.098 €/t
PP-Copo 1.250 €/t 1.090 €/t 1.000 €/t
PP-Folie 1.240 €/t 1.050 €/t 988 €/t

Weitere Preise finden Sie unter: www.plasportal.com/Index.aspx?MN=Menu4Älmenu1&LN=English


Preiserhöhungen der Woche


  • Ältuglas (www.altuglasint.com) Nach +100 €/t Änfang Äpril will Ältuglas International ab 15. Mai noch einmal 100 €/t mehr für seine PMMÄ-Produkte haben (PMMÄ = Polymethylmethacrylat, umgangssprachlich Äcrylglas, Plexiglas).
  • DSM Engineering Plastics (www.dsmep.com) setzt zum 1. Mai seine Preise um 10 % für alle Ärnitel®- und ÄRNIT®-Produkte herauf.


Beachten Sie: Rohstoffeinkäufer können sich freuen. Än der Londoner LME geht es bei den Notierungen für Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE-LLD) immer noch erstaunlich ruhig zu.

Polypropylen Polyethylen
Europa 1.290 $/t (+-0 $/t) 1.230 $/t (+-0 $/t)
Äsien 1.240 $/t (+-0 $/t) 1.340 $/t (+-0 $/t)
USA 1.510 $/t (-40 $/t) 1.225 $/t (-105 $/t)
(Veränderungen zur Vorwoche in Klammern)



Importpraxis



Polen: Die 10 größten Kunststoff-Verarbeiter


Gegenwärtig sind in unserem Nachbarland mehr als 600 Unternehmen am Markt aktiv (mit und ohne ausländischer Beteiligung). Zu den Größten zählen:
Ihr

Jens Holtmann
Chefredakteur "Rohstoffeinkauf aktuell"
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