Wochendepesche "Rohstoffalert"

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02.02.2010

Edel- und Industriemetalle



Kupfer: Die Preise halten Winterschlaf


Chinas Zurückhaltung bei seinen Kupferimporten ist deutlich am Weltmarkt zu spüren. Auf breiter Front geben die Preise nach (wie übrigens auch bei den meisten anderen Industriemetallen). So schnell dürfte sich an dieser Situation auch nichts ändern. Denn neue Rekorde bei der Produktion wie bspw. in Peru (drittgrößter Kupferproduzent) mit 1,27 Mio. t Kupfer im vergangenen Jahr haben hohe Lagerbestände geschaffen und damit eine solide Versorgungslage. Obendrein sind die Bestände der LME auf 538,6 Tsd. t geklettert. So viel wie seit 11 Monaten nicht mehr.

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Beachten Sie: Die Preisrückgänge bei den Industriemetallen an der London Metal Exchange (LME) sind z. T. kräftig:

aktuell Vorwoche
Blei 2.089,00 $/t 2.272,00 $/t
Zink 2.155,00 $/t 2.447,00 $/t
Nickel 18.125,00 $/t 18.800,00 $/t
Kupfer 7.041,50 $/t 7.346,00 $/t
Aluminium 2.125,50 $/t 2.229,00 $/t



Energiemarkt



Erdöl: Leichte Berg- und Talfahrt


Am vergangenen Mittwoch erreichte der WTI-Preis mit 72,6 $/Barrel ein 5-Wochen-Tief. Am Donnerstag schaffte er immerhin 74,5 $/Barrel, um am Freitag wieder bei 73,3 $/Barrel zu landen. An dem Auf und Ab der Ölpreise sind, wie schon oft, die neuesten Lagerdaten aus den USA Schuld. Die sind zwar zurückgegangen, aber nicht wegen einer gestiegenen Nachfrage, sondern wegen deutlich gesunkener Importe. Die miserable Auslastung der Raffinerien tut ihr Übriges dazu. Deren Kapazitäten sind nämlich auf den Stand von 1997 zurückgefallen.


Erdgas: Der Sinkflug geht weiter


Die sibirische Kälte in weiten Teilen Europas lässt den US-Gaspreis kalt (Henry Hub Natural, benannt nach einem Pipeline-Knoten im US-Bundesstaat Louisiana). Inzwischen ist der Preis bei 5,180 $/mmBtu angelangt, meilenweit vom 12-Monats-Hoch von 5,950 $/mmBtu entfernt (Notierung vom 26.12.2009).



Chemiemarkt



PET: Die Preise steigen weiter


Fast alle Hersteller machen unisono reduzierte Produktionskapazitäten und spürbar teuerere Rohstoffe für den Auftrieb verantwortlich. So kostet die Tonne Paraxylen derzeit 740 €, rund 60 €/t mehr als noch im Vor-Quartal.

Beachten Sie: Ins gleiche Horn bläst auch BASF (www.basf.de). Mit sofortiger Wirkung hat der Konzern seine europäischen Preise für Polyurethan-Grundprodukte MDI (Diphenylmethandiisocyanat), TDI (Toluylendiisocyanat) und Polyole um 200 €/t angehoben. Nach BASF-Angaben haben erhebliche Steigerungen der Rohstoff- und Energiekosten die Preisanpassungen notwendig gemacht.
Zugelegt hat auch die Hälfte der Notierungen für Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE-LLD) an der LME in London:

Polypropylen Polyethylen
Europa 1.130 $/t (+-0 $/t) 1.190 $/t (+-0 $/t)
Asien 1.210 $/t (+30 $/t) 1.340 $/t (+-0 $/t)
USA 1.320 $/t (+10 $/t) 1.400 $/t (+60 $/t)
(Veränderungen zur Vorwoche in Klammern)



Importpraxis



BME-Forum: Global Sourcing


Vom 23.-25. Februar veranstaltet der Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) in Frankfurt am Main sein 5. Forum. Vorgesehene Themenschwerpunkte sind:
  • Von der Realisierung kurzfristiger Kostenvorteile zum Aufbau nachhaltiger Strategien.
  • Die Veränderungen der weltweiten Supply Chains.
  • Weitere Auslagerung der Wertschöpfung im Einkauf - Risiken absichern.
  • Aktives Risikomanagement in Low Cost Countries (LCC).
  • Eckpunkte der langfristigen Lieferantenentwicklung.
  • China: Die Transformation eines LCCs.
  • Sourcing in Vietnam: Chancen und Risiken.
  • Qualität im Sourcing durch ein richtiges Lieferanten-Beziehungsmanagement sichern.
Am 23. Februar ist ein getrennt buchbarer Workshop angesetzt mit den Themen:
  • Recht beim Einkauf in China.
  • Vertragsgestaltung nach chinesischem Recht.
  • Chinesische Rechtspraxis sowie die wesentlichen Unterschiede zum deutschen Recht.
Forum und Workshop zusammen kosten 1.895 €.
Detaillierte Informationen finden Sie unter: www.bme.de/globalsourcing.
Ihr

Jens Holtmann
Chefredakteur "Rohstoffeinkauf aktuell"
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